13.05.2018 09:15Alter: 36 days

44. Prix Walo Verleihung

Rund 700 Kunstschaffende und Gäste wohnten der Preisverleihung des 44. Prix Walo am 13. Mai 2018 bei. Sie durften einen vergnüglichen Abend in familiärer Atmosphäre geniessen – fast schon ein Sommernachts-Fest unter Freunden. Da passten auch gepolsterte Plastikstühle zum besonderen Ambiente.

Das Team der SRF-Fernsehserie "Wilder" freut sich mit Schauspielerin Sarah Spale über 2 Sterne.

Das Zürcher Kongresshaus als traditioneller Durchführungsort der Prix Walo-Verleihung musste aus Renovationsgründen verworfen werden. Stattdessen fand die Preisverleihung dort statt, wo die TV-Karriere der energiegeladenen Organisatorin Monika Kälin einst begann: In den tpc-Studios Leutschenbach (bei Zürich Oerlikon).

Auch dieses Jahr folgte die Prominenz des Schweizer Showbusiness dem Ruf des tanzenden Sterns und erfüllte das Studio 1 mit Glamour und der Hoffnung, eine Auszeichnung mit nach Hause zu nehmen. Gaststadt Chur erfreute die Gäste mit kulinarischen Bündner Spezialitäten und eröffnete den Abend mit einer Darbietung der Musikgesellschaft Union Chur und den Broncos Cheerleadern.

Mit viel Herzblut und Charisma führte Monika Kälin in die Gala-Nacht ein; zunächst mit der Nennung der Personen und Institutionen, die eine Durchführung der Verleihung dank finanzieller und materieller Unterstützung möglich machten. Die Liste der Gönner war lang und zeigte, dass man sich der Bedeutung des Prix Walo für die Schweizer Künstlerinnen und Künstler sehr bewusst ist. Und dies insbesondere hinsichtlich der Nachwuchsförderung. Die Gewinner des kleinen Prix Walo erhielten gebührend Raum für die Präsentation ihres Könnens.

Das Sprungbrett, das der kleine Prix Walo den jungen Künstlern bietet, gilt als Wegbereiter zum möglichen grossen Durchbruch ins Schweizer Showbusiness. Gerade im Bereich der Volksmusik werden hier rohe Edelsteine zu Tage gefördert, die ohne eine solche Auszeichnung wohl weiterhin im Verborgenen vor sich hin schlummern (oder summen) würden. Die erst 14-jährige Célia Schwery aus Glis, Gewinnerin des kleinen Prix Walo in der Sparte Jodel, liess bei ihrem Auftritt am Gala-Abend mit ihrer Stimme ganze Bergwelten vor dem inneren Auge entstehen. Eine urtümliche, wilde Schweiz, mit Nebelmeer unter den Füssen und fernem Läuten von Kirchenglocken.

Überhaupt scheint sich eine Art „neue Swissness“ zu etablieren: Das Melancholische, Ungeschliffene zeigt sich auch in der SRF TV-Krimiserie „Wilder“, deren Hauptdarstellerin Sarah Spale als Ermittlerin Rosa Wilder passend zum harschen Setting der Urner Berge einen Charakter-Spagat vollführt. Die Rose im Schnee, durch Verletzlichkeit erstarkt. Sowohl die Serie, als auch Sarah Spale räumten je einen Prix Walo ab. Spale nahm den Preis ohne Schuhe und Allüren auf dem Podest entgegen – authentisch bis in die letzte Faser.

Locker führten auch die Moderatoren Nicole Berchtold und Salar Bahrampoori (SRF Glanz und Gloria) durchs Programm, und Komiker Claudio Zuccolini schoss als Laudator seine markigen Sprüchen in gefälligem Bündner-Dialekt in die Zuschauerreihen. Ein buntgemischter Abend mit zahlreichen Bühnenauftritten, etwas Irritation (vertauschter Preis) und viel echter Freude – die vor allem aus der Reaktion der Verwandtschaft der Preisgekrönten hervorging. Die Passion für das Showbusiness, die den Abend erfüllte – sie wurde entfacht durch Monika Kälin, die darbietenden Künstler, Moderatoren, Mithelfer und Gönner. Dieser Funke sprang auch aufs Publikum und entschädigte für ein eventuell schmerzendes Sitzfleisch nach dreistündiger Live-Übertragung (StarTV).

Der Publikumspreis 2017 als Schlusspunkt der Sendung ging an Tatort-Kommissar-Darsteller Stefan Gubser, der seinen Dank telefonisch aus Hamburg übermittelte.

 

Peter Reber wurde ausserdem für sein umfangreiches Lebenswerk als Musiker mit dem Ehren-Prix Walo und einer Standing Ovation der Gäste geehrt.

 

Festzuhalten bleibt, dass unter der männlich genannten Form der „Künstler, Moderatoren, Gönner“ auch die weiblichen Vertreterinnen gemeint sind (damit alles seine göttliche Ordnung hat!). Und dass die Verleihung des 44. Prix Walo einmal mehr eine lebendige und unverbrauchte Schweizer Showszene zeigte, mit einem vielversprechenden Nachwuchs, der sich auch auf grossen Bühnen sehen lassen kann.

SWISSPERFORM, die Stiftung Phonoproduzierende und die Schweizerische Kulturstiftung für Audiovision haben den Event mit einem finanziellen Beitrag unterstützt.

 

Gewinner des 44. Prix Walo in den Sparten:

Kunz (Pop/Rock) / Martin Nauer (Volksmusik) / Nemo (Newcomer) / Helga Schneider (Regula Esposito; Kabarett, Comedy) / The Show Must Go Wrong (D. Flaschka, Bühnenproduktion) / Die göttliche Ordnung (Petra B. Volpe, Film) / Wilder (SRF Produktion, TV) / Sarah Spale (Rosa Wilder, "Wilder")

Gewinner des Kleinen Prix Walo 2017:

Cascatelle Saxophone Quartett (Populäre Klassik, Romandie) / North (Basler Rockband) / Tamara Pérez (Singer-Songwriterin, ZH) / Célia Schwery (Jodel, Glis VS) /Schwyzerörgeli Duo Mälchbärg (Volksmusik, ZG) / Spirit in Motion (Tanzgruppe, ZH).

 

www.prixwalo.ch